MS Heliumtechnik
Helium-Leckortung › Das Verfahren
Verfahren · Physik · Vergleich

Helium-Leckortung: So funktioniert das Verfahren

Helium wird blasenfrei im Leitungswasser gelöst, zirkuliert mit dem Medium und tritt nur an der Leckstelle wieder aus. An der Oberfläche wird es gemessen – ohne Abschaltung, ohne Entleerung, auch bei tief verlegten Leitungen.

Das Verfahren in einem BildHelium fließt mit dem Wasser, verlässt das Rohr nur am Leck und steigt zum Messpunkt auf.
He ▲ 1 Einspeisung im Betrieb 2 Prüföffnung: kein Helium 3 Messpunkt über dem Leck: Helium erhöht 4 Prüföffnung: kein Helium VORLAUF RÜCKLAUF ERDREICH · LEITUNGSTIEFE BIS MEHRERE METER OBERFLÄCHE
  1. 1Einspeisung im Betrieb
  2. 2Prüföffnung: kein Helium
  3. 3Messpunkt über dem Leck: Helium erhöht
  4. 4Prüföffnung: kein Helium

Das Prinzip in drei Sätzen

Eine Spezialanlage löst Helium blasenfrei im Umlaufwasser des Netzes; das Gas bleibt homogen im Wasser gelöst und zirkuliert mit. Erst dort, wo das Wasser durch eine Undichtigkeit aus dem Rohr austritt und der Druck abfällt, entweicht das gelöste Helium wieder und steigt durch Bodenschichten, Schächte und Prüföffnungen nach oben. Dort wird die Bodenluft angesaugt und mit hochsensibler Analytik auf Helium geprüft – erhöhte Werte gegenüber dem natürlichen Hintergrund markieren die Leckstelle.

Schema der Helium-Leckortung: Beladestation, gelöstes Helium in Vor- und Rücklauf, Austritt an der Leckstelle und Detektion an der Oberfläche
Schema: Beladestation, gelöstes Helium im Vor- und Rücklauf, Austritt am Leck, Messung an der Oberfläche.

Ablauf in sechs Schritten

  1. Erstgespräch und Planungsunterlagen. Wir besprechen Ihr Leitungssystem: Trassenlänge, Leitungstyp, Medium, Betriebsdruck, Temperatur und bekannten Wasserverlust. Vorhandene Pläne werden gesichtet.
  2. Heliumeinbringung im laufenden Betrieb. Über eine geeignete Einbringungsstelle wird Helium mit einer Spezialanlage blasenfrei in das Prozesswasser eingebracht. Der Betrieb läuft weiter – keine Unterbrechung.
  3. Blasenfreies Lösen im Medium. Das Helium wird nicht pur eingebracht, sondern im Medium gelöst, sodass es homogen im Umlaufwasser bleibt. Die Zeit bis zur vollständigen Verteilung im Netz ist systemabhängig.
  4. Systematische Messung entlang der Trasse. An Prüföffnungen, Bohrpunkten, Schächten und Messpunkten wird Bodenluft angesaugt und auf Heliumgehalte geprüft. Alle Messwerte werden protokolliert.
  5. Auswertung und Eingrenzung. Erhöhte Heliumwerte gegenüber dem natürlichen Hintergrund zeigen die Bereiche an, in denen das Leitungsmedium austritt. So lässt sich die Schadstelle punktuell eingrenzen.
  6. Ergebnisbericht für den Betreiber. Sie erhalten eine schriftliche Dokumentation mit Messwerten, Trassenprotokoll, Eingrenzung der Schadstelle und Empfehlungen für die weiteren Schritte.

Warum Helium?

Helium ist das kleinste stabile Molekül der Natur. Mit einem Atomdurchmesser von 0,26 nm und einer Dichte, die rund siebenmal geringer ist als die von Luft, dringt es durch Bodenschichten, Schächte und Prüföffnungen – selbst wenn die Schadstelle tief liegt. Der natürliche Heliumgehalt der Atmosphäre liegt bei rund 5,2 ppm, ein stabiler und bekannter Hintergrundwert. Eine deutliche Erhöhung darüber ist messbar und ein starker Hinweis auf eine austretende Leckstelle.

Helium ist chemisch inert, ungiftig, nicht entzündlich und verbleibt in so geringen Mengen im System, dass es keine betrieblichen Auswirkungen hat. Es ist beim Umweltbundesamt nach § 20 TrinkwV als Stoff zur Ortung von Leckagen im Rohrsystem gelistet – einsetzbar bis hin zu Trinkwassernetzen.

Vergleich mit anderen Ortungsverfahren

Helium-LeckortungBetrieb läuft: ja · tiefe Leitungen: möglich · genaue Lokalisierung: hoch
Akustik / KorrelationBetrieb läuft: bedingt · tiefe Leitungen: begrenzt · Lokalisierung: mittel
ThermografieBetrieb läuft: ja · tiefe Leitungen: nein · Lokalisierung: abhängig von Bedingungen
FeuchtemessungBetrieb läuft: ja · tiefe Leitungen: begrenzt · Lokalisierung: ungenau
Formiergas (H₂/N₂)Betrieb läuft: eingeschränkt · tiefe Leitungen: bedingt · Lokalisierung: mittel

Die Heliumprüfung arbeitet unabhängig von Geräuschpegel, Oberflächenzustand oder Leitungstiefe. Sie ist deshalb häufig der nächste sinnvolle Schritt, wenn Verluste bekannt sind, die Quelle aber mit anderen Methoden nicht gefunden wurde.

Grenzen und Voraussetzungen

Die Eignung für Ihr Leitungssystem bewerten wir im Vorfeld individuell. Für eine erste Einschätzung genügen Trassenlänge, Leitungstyp, Medium, Betriebsdruck und -temperatur sowie der bekannte Wasserverlust.

Was den Aufwand und die Kosten bestimmt

Einen Listenpreis gibt es nicht, weil jedes Netz anders ist. Diese Punkte entscheiden über den Aufwand:

Netzvolumen und TrassenlängeSie bestimmen die Heliummenge und die Dauer der Beladung.
PrüföffnungenAnzahl, Abstand und Oberfläche: Asphalt, Pflaster oder Grünfläche.
Einsatztage und AnfahrtEin Teilabschnitt ist schneller gemessen als ein verzweigtes Netz.
UnterlagenGute Bestandspläne verkürzen die Messung deutlich.

Mit den Eckdaten Ihres Netzes bekommen Sie ein kostenloses, unverbindliches Angebot. Den Anfragebogen als PDF können Sie direkt ausfüllen.

Häufige Fragen zum Verfahren

Warum Helium und kein anderes Gas?

Helium ist das kleinste stabile Molekül der Natur, rund siebenmal leichter als Luft, chemisch inert, ungiftig und nicht entzündlich. Der natürliche Hintergrund von rund 5,2 ppm ist stabil und bekannt, sodass Erhöhungen eindeutig messbar sind.

Ist Helium im Leitungsnetz gefährlich?

Nein. Helium ist chemisch inert, nicht toxisch, nicht brennbar und physiologisch unbedenklich. Es verbleibt in so geringen Mengen im System, dass es keine betrieblichen Auswirkungen hat.

Wie genau ist das Verfahren?

Durch die hochsensible Analytik und systematische Messung entlang der Trasse lässt sich die Schadstelle in der Regel auf wenige Meter eingrenzen. Die Genauigkeit hängt von Bodenaufbau, Leitungstiefe und Prüföffnungsdichte ab.

Wo liegen die Grenzen des Verfahrens?

Helium kann je nach Kunststofftyp, Wandstärke und Temperatur partiell durch Rohrmaterial diffundieren; Aluminium-Barrieren verringern die Diffusion erheblich. An Leckstellen, Muffen und beschädigten Stellen tritt es dennoch bevorzugt aus. Die Eignung wird im Vorfeld individuell bewertet.

Was kostet eine Helium-Leckortung?

Das hängt von Netzvolumen, Trassenlänge, Zahl der Prüföffnungen, Einsatztagen und Anfahrt ab. Mit den Eckdaten Ihres Netzes erhalten Sie ein kostenloses, unverbindliches Angebot.

Passt das Verfahren zu Ihrem Netz?

Schicken Sie uns die Eckdaten – wir sagen Ihnen offen, ob und wie die Helium-Leckortung bei Ihnen sinnvoll einsetzbar ist.

Zur Anfrage   0156 79799100